Nachhaltigkeit – ein entscheidendes Unternehmensziel von Norafin

Nachhaltigkeit – ein entscheidendes Unternehmensziel von Norafin bei der Vliesstoffproduktion

Das Prinzip der Nachhaltigkeit, erstmals im Jahre 1713 von Hans Carl von Carlowitz in seinem Werk „Sylvicultura oeconomica“ formuliert, stellt auch in der Gegenwart ein hochaktuelles Kriterium für die gleichberechtigte Behandlung von Umwelt, Wirtschaft und Sozialem dar. Das Konzept der „Green Economy“ vereint Ökologie mit wirtschaftlicher Entwicklung und Profitabilität, indem nach Mitteln und Wegen gesucht wird, Produktionsprozesse effizienter und gleichzeitig ressourcenschonend zu gestalten, verstärkt erneuerbare Materialien einzusetzen und geschlossene Stoffkreisläufe zu realisieren.

Norafin produziert mit seinen 160 Mitarbeiter(innen) hochwertige Spezialvliesstoffe u.a. mit der Spunlacetechnologie. Dabei wird das Faserflor mit Hilfe von Wasserstrahlen bei relativ hohen Drücken (p = 100 – 300 bar) so verfestigt, dass ein homogenes textiles Flächengebilde (Vliesstoff) entsteht. Zum Spezialvliesstoff, der u.a. in Schutzbekleidungstextilien, Filtermitteln zur Partikelfiltration aus Heißgasen, Hochleistungswalzen für die Spezialpapierherstellung und in der Medizintechnik eingesetzt wird, existieren keine Alternativen. Der spezifische Wasserbedarf beim Nassvernadlungsprozess in einer relativ kleinen Anlage variiert je nach Faserart, Festigkeit und Flächenmasse des produzierten Vliesstoffes. Das Prozesswasser reichert sich während des Nassvernadlungsprozesses mit löslichen, suspendierten und emulgierten Faserinhalts- bzw. -ausrüstungschemikalien sowie Faserbruchstücken an und wird gegenwärtig mit einer Verfahrenskombination innerhalb von 10-15 Minuten fast vollständig gereinigt, um wiederum als Prozesswasser eingesetzt zu werden. Bei der Prozesswasseraufbereitung in einer Beispielsanlage von Norafin entstehen Filterrückspülwässer mit einem Volumenstrom von 3-4 m3/h, die in der Vergangenheit in einer Kläranlage grenzwertgerecht behandelt wurden. Norafin hat sich die Aufgabe gestellt, die anfallenden Filterspülwässer zukünftig mit einer Verfahrenskombination so zu reinigen, dass dieses Wasser zusätzlich in den Prozesswasserkreislauf eingespeist werden kann. Im Ergebnis der Wasserbehandlung entsteht ein Reinwasser mit sehr hoher Qualität, um keine bedenklichen Stoffe in die Vliesstoffe einzutragen, jederzeit einen störungsfreien Produktionsablauf zu garantieren und den Kunden Vliesstoffe in höchster Qualität (u.a. für medizinische Zwecke) zu liefern. Aus diesem Grund wurde das Portfolio der Chemikalien zur Wasserreinigung so gewählt, dass nur Substanzen eingesetzt werden, die auch bei der Trinkwasseraufbereitung verwendet werden.

Ein weiterer Schritt in Richtung nachhaltige Vliesstoffproduktion im Unternehmen Norafin stellt die Einführung des Energiemanagementsystems (EnMS) nach DIN EN ISO 50001 dar. Mit Hilfe von Leistungskennzahlen (EnPI) werden Einsparpotentiale aufgedeckt und Maßnahmen zur Erhöhung der Energieeffizienz geplant und realisiert. Erste Maßnahmen, wie zum Beispiel der Einsatz energiesparender Hochdruckpumpen und die Wärmerückgewinnung aus dem Produktionsprozess konnten bereits realisiert werden.

Zunehmend sind Vliesstoffe aus nachwachsenden Naturrohstoffen, u.a. Flachs als Ersatz synthetischer Fasern auf dem Markt gefragt. Norafin stellt sich in verstärktem Maße dieser Aufgabe in Forschung, Entwicklung und Produktion. Aufgrund des naturgegebenen hohen Elastizitäts-Moduls der Flachsfaser, ihrer im Vergleich zu Carbon- oder Glasfaser geringen, spezifische Masse, ihrer vibrationsdämpfenden Eigenschaften und ihrer UV-Beständigkeit verfügt die Flachsfaser über viele Vorteile gegenüber Kunstfasern. Die Vliesstoffherstellung aus dieser Naturfaser mit dem Spunlace-Verfahren ist nicht trivial. Die durch die Wasserstrahlverfestigung ausgewaschenen suspendierten, emulgierten und echt gelösten, natürlich in der Faser enthaltenen und künstlich auf die Faser aufgebrachten Avivagen müssen relativ schnell und vollständig aus dem Kreislaufwasser eliminiert werden.

Die entsprechenden Auswahl und Kombination der Verfahrensschritte, die qualitätsgerechte Kreislaufwasserbehandlung, gekoppelt mit der schnellen Entfernung der ausgewaschenen Pektine, Hemizellulosen und in geringem Maße Ligninen und Wachsen stellt die Schlüsseltechnologie für die industrielle Verarbeitung von Flachsfasern zur wasserstrahlverfestigten Flachsvliesstoffen dar. Norafin ist es weltweit erstmalig gelungen, wasserstrahlverfestigtes Flachsfaservliesstoff im großtechnischem Maßstab herzustellen und durch Ausrüstung zur modifizieren. Damit wurde die Grundlage für den Einsatz neuartiger, biologisch abbaubarer Flachsvliesstoffe gelegt. Diese Vliesstoffe aus Naturfasern sind umweltverträglich und können nach Gebrauch rückstandslos kompostiert werden.

Große Anstrengungen werden bei Norafin in Forschung, Entwicklung und Produktion unternommen, um die Fasern aus (Abfall)Vliesstoffen und Produktionsresten zurückzugewinnen und daraus neue Vliesstoffe herzustellen. Obwohl auf diesem Gebiet noch nicht alle Probleme gelöst sind, wurden bereits beachtliche Erfolge und Fortschritte bei der Wiederverwertung von Recycling-Fasern erreicht.

In der Forschungs- und Entwicklungsphase befindet sich die Herstellung von mineralischen Vliesstoffen auf Basis von Basaltfasern. Basalt stellt ein reines Naturprodukt dar, wobei zur Herstellung von Basaltfasern keine chemischen Modifikationen notwendig sind und am Ende des Produktlebenszyklusses ein problemloses Recycling und Materialrückführung in den Produktionsprozess möglich sind.

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